Sport

Bossard Arena

Schon von den Eingängen sieht man auf das Eisfeld der Bossard Arena. Es versteckt sich nicht wie üblich hinter den Tribünen, sondern ist ins Untergeschoss abgesenkt, mit ihm auch Räume für Versorgung und Betrieb. Der Platz vor dem Stadion, der grösste der Stadt Zug, fliesst ins Stadion hinein. Stadion, Ausseneisfeld und das Hochhaus Uptown sind unter einem Dach vereint.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherr

Stadt Zug

Fertigstellung

2010

Auszeichnung

Bronzemedaille des IOC und IAKS "Mehrzweckhallen und grosse Arenen" 2015

Adresse

General-Guisan-Strasse 4
6303 Zug

Fotograf

Durch die geschickte Positionierung der neuen Bossard Arena an der nördlichen Parzellen­grenze konnte das alte Herti­stadion während der Bauzeit erhalten bleiben. Erst nach dem Umzug des EVZ und der Kunst­eis­bahn Zug in die neue Heimat wurde es abgebrochen. Der Eis­hockey­club musste deshalb nicht während des Baus mit einem Provisorium ausser­halb des Herti­areals Vorlieb nehmen.

Die freie Fläche hinter dem bestehenden Herti­stadion war zu klein, um darauf ein konventionelles Stadion mit Erschliessungs­flächen und aussen­liegenden Flucht­treppen zu bauen. Der Entwurf von Scheitlin Syfrig Architekten mit der Eisfläche im Unter­geschoss verkürzt die Wege von den Rängen ins Freie, so dass zusätzliche Flucht­wege entfallen.

Alle Räume für den Betrieb – Anlieferung, Garderoben, Spieler­räume, Technik, Lager und sogar ein Parking für Mannschafts­busse – sind von den Besuchern getrennt im Unter­geschoss unter­gebracht. Das Eingangs­geschoss ist deshalb frei: Der Haupt­zugang führt über einen grossen Platz in einen eben­erdigen, verglasten Gang um einen blauen Körper mit Verpflegungs­ständen, WCs und Regie­räumen. Von dort führen Durchgänge und Treppen auf die Tribünen.
Das alte Stadion hatte die Abwärme der Eis­maschinen an den See abgegeben. Der Neubau nutzt die Abwärme der Kälte­maschinen und heizt damit das ganze Stadion, das Hochhaus Uptown, die Überbebauung Schutz­engel und die Drei­fach­turn­halle nebenan. Als erstes Minergie Stadion der Schweiz ist es seitdem Vorbild für zukünftige Eishallen in der Schweiz.

Das Publikum schätzt die neue Arena. Die fliessende Verbindung zwischen Innen und Aussen belebt vor dem Spiel und in Pausen das ganze Grund­stück, wenn Besucher einen Snack nehmen und unbe­schwert zwischen drinnen und draussen wechseln. Das Klima in der Halle ist sehr angenehm: Bei normaler Raum­temperatur braucht niemand frieren oder schwitzen. Wohl deshalb ist die das Publikum nun mehr durchmischt. Auch die Gesamt­besucher­zahl ist gestiegen: 80% aller Plätze werden als Saison­karten verkauft. Das Dine & View – ein Abend­essen während des Spiels – ist meistens aus­verkauft, sicherlich auch wegen der hohen Qualität der Speisen. Die Essens­stände rund um die Arena, schnell zugänglich von den Tribünen aus, sind die gesamte Zeit gut besucht.

Von Teams zu Gast kommt oft die Reaktion, dass die Bossard Arena mit NHL Stadions konkurrieren könnte – zwar hat es nur deren halbe Grösse, doch die gleiche starke Atmosphäre mit dem gleichen Enthusiasmus.

Die Arena wird auch für andere Veranstaltungen als Eishockey genutzt: Mehr­mals im Jahr finden hier zum Beispiel Konzerte statt oder General­versammlungen, mit steigender Nach­frage. Eine Sprühsprinkleranlage wurde nachgerüstet, was nun auch Nutzungen mit mehr Dekoration ermöglicht, wie etwa Bankette.

Bossard Arena, General-Guisan-Strasse 4, 6303 Zug