Einfamilienhäuser

Villa im Park

Erst als die Putzhülle gefallen war, hat die Villa im Park ihr ursprüngliches Gesicht gezeigt. Heute hat sie wieder wie einstmals eine Schindelfassade, innen wurden die rustikalen Balken des Strickbaus sichtbar gelassen. Ihr zur Seite steht ein neuer Anbau, der sich – ganz in Schwarz – zurück nimmt.

Auftragsart

Direktauftrag

Bauherr

Privat

Fertigstellung

2012

Ort

Bodensee

Fotograf

Die Villa am See wurde kurz vor der französischen Revolution um 1782 gebaut, nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Anbau als Jagdstube ergänzt. Die heutigen Besitzer benötigten mehr Platz, die Jagdstube aber war ungeeignet. Sie wurde daher abgerissen und durch einen Anbau ersetzt.

Als das Haus entkernt wurde, verliebten sich die Bauherren in die schlichten Wände des Strickbaus aus Weisstanne. Sie wurden deshalb nur gereinigt, anstatt sie wieder zu verdecken. Ihre starke Struktur und ihre Patina kontrastieren mit den neuen Einbauten – Böden, Fenster, Türen und eingestellte Möbel –, aus weiss geölter Douglasie. Wo Wände stark beschädigt waren, stehen heute Schränke aus Räuchereiche – alt und neu sind voneinander getrennt. Küchenplatten und Bäder sind aus dem Stein Onsernone, der farblich gut zur Räuchereiche passt.

Von aussen war das Haus zu Beginn verschindelt, später wurde es verputzt, um nach damaliger Vorstellung wertiger zu wirken. Heute ist sie wieder mit Schindeln verkleidet und hellgrau gestrichen, die Fenster haben ihre ursprüngliche Sprossenaufteilung. Die neu ergänzte Wärmedämmung ist dünn, um das Volumen wenig zu verändern.

Der Anbau ist ganz verkleidet in tiefschwarzem, glänzend poliertem Nero Assoluto. Je nach Lichteinfall löst er sich auf und wird ganz zum Spiegel der alten Rosskastanie vor dem neuen Eingang. Der Anbau ordnet sich so dem Haupthaus unter und lässt ihn wieder als Solitär im Park erscheinen.

Villa im Park, Bodensee